Anleitung für Filter in der S/W-Fotografie

16.08.2019

Auf unseren Foto Walks und Workshops werden wir immer wieder gefragt, warum wir Farbfilter oder einen falsch gesetzten Weißabgleich für die Schwarzweißfotografie verwenden. Generell geht es uns darum, die Kontraste bei der Umwandlung in Schwarz/Weiß zu beeinflussen.

 

Das bedeutet, daß wir bewusst die Wellenlänge des Farbspektrums verändern, um damit Grautöne zu verstärken oder abzuschwächen.

 

Hierzu gibt es eine einfache Regel, mit der sich die Arbeitsweise der Filter leicht merken lässt. Die Eigenfarbe des Filters wird aufgehellt, die komplementäre Farbe abgedunkelt.

 

 

 

 

 

Was bewirken die verschiedenen Farb-Filter?

 

 

1. Auswirkung auf die Grauwerte/Farbspektrum beim Einsatz folgender Filter

 

Anwendung eines Rot-Filters:     rot wird heller, blau/türkis werden dunkler

Anwendung eines Blau-Filters:   blau wird heller, rot/orange werden dunkler

Anwendung eines Grün-Filters:  grün wird heller, rot/rosa werden dunkler

Anwendung eines Gelb-Filters:  gelb wird heller, blau/grün werden dunkler

 

 

 

2. Einfluss auf die Belichtung

 

Belichtungsmesser sind auf ein ausgeglichenes Farbspektrum ausgerichtet und liefern bei Einsatz von Farbfiltern oft einen falschen Lichtwert. Diesen sollte man visuell/manuell korrigieren. Eine Verwendung des Histogramms, das die Farben rot, grün und blau anzeigt, kann in die Irre führen, da es in einem Kanal zu extremen Überbelichtungen kommen kann, die nicht angezeigt werden.

 

 

 

 

Welchen Filter setze ich ein?

 

Die Dichte/Stärke des Filters beeinflußt den angestrebten Grauton. Je satter und dunkler der Filter ist, desto intensiver wirkt er sich auf seine Eigenfarbe aus.

 

Je nach Stimmung/Tageszeit hat der eingesetzte Filter eine andere Wirkung:

Blaue Stunde, Goldene Stunde, starke Bewölkung, Sonnenaufgang oder Dämmerung haben eine eigene Farbtemperatur und ergeben dadurch unterschiedliche Grautöne. 

 

 

 

 

Was gibt es zu beachten?

 

Bei Verwendung von Farb-Filtern muss der automatische Weißabgleich ausgeschaltet bzw. auf Tageslicht eingestellt werden.

 

Bei einigen Kameramodelle lässt sich ein Custom-Weißabgleich speichern. Mit diesem „falschen Weißabgleich“ lässt sich der Einsatz von Farb-Filtern simulieren.

 

Jeder Farbfilter wandelt die Bilddaten in die Komplementär-Farbe um, das bedeutet, ein Blau-Filter erzeugt ein rotes Bild, ein roter Filter ein blaues Bild, usw.... Dementsprechend verändern sich die Grauwerte und Kontraste bei der S/W-Umwandlung.

 

 

Wirkung eines Blau- und Rot-Filters bei der Umwandlung in S/W.

1) Automatischer Weissabgleich

2) Hellblauer Filter ergibt eine orange Optik

3) Leichter Rotfilter ergibt eine hellblaue Optik

 

 

Wer tiefer in die Thematik der S/W Fotografie, bzw. des falschen Weissabgleichs einsteigen möchte, findet den passenden Fotokurs hier.

 

 

 

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