Fotoreise Kiew

13.04.2017

Kiew, die Hauptstadt der Ukraine, ist von München genauso weit entfernt wie Stockholm oder Madrid, doch emotional scheint die Distanz größer. Lada empfängt mich am Flughafen und fährt mich ins Hotel. Ein Zimmer im 14. Stock mit Blick auf den Majdan, das finde ich beeindruckend. Das Hotel erweist sich als optimaler Ausgangspunkt für die Besichtigungstouren. Kiew, die Stadt der tausend Impressionen, ist farbenfroh, jung, dynamisch und steckt voller Kontraste: alt und neu, zerfallen und top renoviert, arm und reich, bergauf und bergab. Die Stadt auf den sieben Hügeln hat auch fotografisch viel zu bieten: Architektur und lebendige Straßenszenen stehen hier an erster Stelle. Fantastische Kirchen mit goldenen Kuppeln, stalinistische Zuckerbäckerbauten und Häuser aus der Zeit um 1900. Eine junge Bevölkerung prägt das Stadtbild. Menschen flanieren über die Boulevards, Straßenverkäufer preisen ihre Waren an, Studenten, verkleidet als Zeichentrickfiguren, stellen sich als Fotomotiv für Touristen zur Verfügung. Die vielen Parks und Gärten der Stadt sind ein Ruhepol inmitten der 2,8-Millionen-Metropole, und auch ein Bummel entlang des Dnepr-Ufers lohnt allemal. Mehr Infos zu unserer Fotoreise im August gibt es hier.

 

 

 

 

 

Anziehungspunkte sind die prächtigen und stolzen Kirchen und Kathedralen mit ihren goldenen Kuppeln. Das  Michaelskloster stammte ursprünglich aus dem Jahre 1108. Es wurde immer wieder zerstört und/oder umgebaut. Seit 2000 erstrahlt das kobaltblaue Kloster mit seinen sieben goldenen Kuppeln in neuem Glanz.

 

 

 

 

Am Michaelskloster zeigen Tafeln die Fotos und Namen von Soldaten, die im aktuellen Ukrainekrieg im Osten des Landes gefallen sind.

 

 

 

 

In Sichtweite vom Michaelskloster steht die Sophienkathedrale mit ihrem 76 m hohen Glockenturm, der bestiegen werden kann und eine tolle Aussicht bietet. Die Sophienkathedrale gilt von jeher als Symbol für Licht, Vernunft und den Sieg über finstere Mächte. Ihr Grundstein wurde nach neuesten Forschungen im Jahre 1011 gelegt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf dem Platz vor der Sophienkathedrale und vor dem Michaelskloster werden zu Ostern hunderte von übergroßen von Künstlern bemalten Pisanki-Ostereiern aufgestellt. Ein farbenfrohes und tolles Arrangement!

 

 

 

 

 

Der Andreasstieg oder Podil ist einer der ältesten Stadtteile Kiews. Schöne Häuser im Shabby-Chic und beinahe nostalgische Straßenbahnen finden sich in diesem lebendigen Viertel, das auch als das Montmartre von Kiew bezeichnet wird. Hier begegnet man Künstlern, die ihre Bilder zum Kauf anbieten, aber auch vielen Souvenirkiosken, die einen Blick lohnen.

 

 

 

 

 

 

 

Aussicht vom Altkiewer Plateau, dem ältesten Platz Kiews, auf die Stadt. Hier nahm das russische Reich seinen Anfang.  

 

 

 

 

 

 

Oben auf dem Andreashügel thront die schönste im ukrainischen Barock errichtete Kirche der orthodoxen Welt. Die grün-gold leuchtende Andreaskirche wurde 1754 fertiggestellt.

 

 

 

 

 

 

 

Nur zwei Minuten dauert die Fahrt mit der Standseilbahn, die die Oberstadt mit der 100m tiefer liegenden Unterstadt verbindet. In der Talstation angekommen sind es nur wenige Schritte bis zum Postplatz (Poschtowa Ploschtscha), der sich am Dnepr-Ufer befindet.

 

 

 

 

 

 

 

Ein Bummel entlang der Uferpromenade bis zur Truchanow-Brücke bietet viele schöne luftige Motive und einen herrlichen Blick auf den Fluss und die Stadt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der größte (Stahl-)Regenbogen Europas mit einem Durchmesser von 60m befindet sich unweit der Truchanow-Brücke im Khreschatyk-Park. Unter dem Bogen der Völkerfreundschaft thront eine  gigantische Bronzeskulptur mit zwei Figuren, einem russischen und einem ukrainischen Arbeiter. Wenige Schritte weiter befindet sich ein beliebter Aussichtspunkt mit Blick auf den Dnepr und die Stadt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die kaminrote Wladimir-Universität wurde 1843 gegründet. Sie ist eine der besten des Landes und sehr beliebt. 1901 verfügte Zar Nikolaj I das Hauptgebäude blutrot anzustreichen. Das sollte eine Antwort auf die Studentenproteste gegen die Einberufung zur Armee sein. Bei der Renovierung des Gebäudes nach dem Zweiten Weltkrieg behielt man den eigenwilligen Farbton bei.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Wladimirkathedrale wurde zu Ehren des Großfürsten Wladimir errichtet und 1896 eingeweiht. Dem Großfürsten ist die Einführung des Christentums in der Kiewer Rus zu verdanken. Die schönen Mosaiken im Innenraum erzählen die Geschichte der Russischen Kirche. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Taras-Schewtschenko-Oper ist das beste und schönste Opernhaus der Ukraine. Das Gebäude wurde 1901 von dem deutschen Architekten Viktor Schroeter erbaut. Die Innenausstattung ist von atemberaubender Schönheit und ein Besuch einer Vorstellung ist ein unvergessliches Erlebnis.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Goldene Tor ist das größte der vier Kiewer Stadttore. Es wurde 1037 errichtet und hielt 1240 sogar dem Mongolenangriff stand. 1982 wurde die Rekonstruktion dieses imposanten Architekturdenkmals beschlossen.

 

 

 

 

 

 

 

Der Khreschatyk-Boulevard ist die Prachtstraße Kiews. Entlang des Boulevards befindet sich Architektur aus dem 19. und 20. Jahrhundert, vornehmlich stalinistische Zuckerbäckerbauten. Der Majdan ist der größte Platz Kiews und auch das anerkannte Zentrum der Stadt.

 

 

 

 

 

Blick auf das 59 m hohe Unabhängigkeitsdenkmal durch die Kuppel des Globus-Einkaufzentrums.

 

Gedenktafeln, Kerzen und Blumenschmuck zur Erinnerung an die Opfer der Majdan-Demonstration von vor drei Jahren.

 

 

 

Direkt am Majdan gelegen dominiert das Hotel Ukraine die Kiewer Skyline.

 

Rolltreppen im Luxus-Einkaufszentrum GUM.

 

Ältere Menschen verkaufen Blumen, Zwiebeln oder Weidenkätzchen, um das Haushaltsgeld aufzustocken.

 

 

Orangene Revolution mal anders.

  

 

 

 

 

Die Hauptsehenswürdigkeit der Stadt ist UNESCO-Weltkulturerbe. Die Lawra ist der „Vatikan“ der russisch-orthodoxen Kirche. Sie verfügt neben bedeutsamen Kirchen und Museen über ein einzigartiges unterirdisches Höhlensystem. Beim Schein einer Kerze durchqueren Lada und ich andächtig einen Teil der 2,5 m hohen und 1 m breiten dunklen Tunnel. Wir passieren dabei Nischen mit Glasvitrinen, in denen mumifizierten Leichen und Gebeine bekannter und unbekannter Mönche ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

 

 

 

Das Kloster ist alt, doch die Mönche modern. 

 

 

 

 

 

 

Einen kurzen Fußmarsch von der Lawra entfernt befindet sich das Kontrastprogramm zum Höhlenkloster. Dort steht die 102 m hohe und 530 Tonnen  schwere Titanstatue Mutter Heimat. Ein Lift fährt bis zur Aussichtsplattform im Hals. Doch wir wollen ganz nach oben und klettern die letzten 32 m über Klettersteige, mit Gurten gesichert, durch den Arm der Statue bis hinter das Schild des größten Monumentes der Ukraine.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Museum des Großen Vaterländischen Krieges wird den ukrainischen "Helden der Sowjetunion" gedacht. Weniger pathetisch und in ergreifender Form berichten im Erdgeschoss Bilder und Ausstellungsstücke über den aktuellen Krieg im Osten der Ukraine.

 

 

 

 

 

 

Kiew aus einer anderen Perspektive erlebt man bei einer Fahrt mit der Metro. Die Orientierung fällt nicht schwer, da die Stationen oft auch in lateinischer Schrift angeschrieben sind. Für 4 Hriwna (15 Cent) fahre ich mehrere Stunden mit allen 3 Metrolinien. Ihren einstigen Glanz haben die Bahnhöfe, laut Lada, verloren, doch ich entdecke kleine Schätze und fange schöne Momente ein. Die Metrostation Arsenalna ist mit 100 m unter der Erde übrigens die tiefste Metrostation der Welt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch ein Wort zum Essen. Die osteuropäische Küche ist vielseitig und sehr schmackhaft und bietet eine große Auswahl an Gemüse- und Fleischgerichten. Gute Weine, guter Wodka und traditionelle Getränke gibt es zu entdecken. Eine tolle, freundliche Atmosphäre mit folklorischem Ambiente machen den Restaurantbesuch zu einem Erlebnis.  Smatschnogo! - Guten Appetit!

 

 

 

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