Selbstporträt - Das Ich im Fokus

Unser 2. Online-Abend zum Thema Porträt beschäftigte sich mit dem Selbstbildnis. Jeder Fotograf sollte sich mit seiner aktuellen Stimmung auseinandersetzen und diese in einem Selbstbildnis festhalten. Egal ob mit Kamera oder Handy, die Ergebnisse waren vielfältig und die Geschichten dahinter äußerst interessant.




Fotos: Jörn Zilz

@joern_zilz




Foto: Jörn Zilz

@joern_zilz





Foto: Giuseppe da Ros

@giuseppe.da.ros




Foto: Giuseppe da Ros

@giuseppe.da.ros




Fotos: Ingrid Bürstner-Peter




Fotos: Chris Beutner

@chris_beutner




Foto: Michael Heinzel





Foto: Ulrike Rios

@freilicht





Während wir die Bilder diskutierten, stellten sich die folgenden Fragen:



Was ist eigentlich ein Selbstporträt?

Für uns ist ein Selbstporträt die Darstellung der eigenen Person mit den zur Verfügung stehenden Mitteln, z. B. Malerei, Plastik, Fotografie. Wichtig dabei ist die kritische Auseinandersetzung mit sich selbst. Hiebei kann auch das soziale und kulturelle Umfeld eine Rolle spielen.




Muss ein Selbstporträt von mir selbst aufgenommen werden oder kann auch eine andere Person ein Selbstporträt von mir machen?

Das ist eine spannende Frage und wir sind der Meinung JA, auch eine andere Person kann ein Selbstporträt von dir erstellen.

Solange du dich in diesem Foto selber darstellen kannst, bzw. es dem Fotografen gelingt, das zu unterstützen und umzusetzen, was du zum Ausdruck bringen möchtest, dann spielt es keine Rolle, wer den Auslöser betätigt.


Eine Fotografin, der es immer wieder gelingt, die Selbstdarstellung ihrer Modelle im Foto festzuhalten, ist Annie Leibovitz. Die Bilder von Whoopie Goldberg in der Badewanne oder das "Bodypainting" von Keith Haring sind gute Beispiele.





Seit wann bilden sich die Menschen selber ab?

Die ersten Selbstbildnisse gibt es bereits seit der Antike. Bekannt ist, dass sich der griechische Bildhauer Phidias auf dem Schild der von ihm geschaffenen Statue der Athena Partenos selbst abgebildet hat.


Phidias zählt übrigens zu den bedeutendsten Bildhauern der griechischen Antike und wirkte um 460–430 v. Chr. Seine beiden Hauptwerke sind die Tempelstatue Athena Parthenos im Parthenon auf der Akropolis in Athen und seine Zeusstatue, die zu den Sieben Weltwundern zählt und sich in der griechischen Stadt Olympia befand.




Und das erste Foto-Selfie der Geschichte?

Das stammte von Robert Cornelius. Im Jahr 1839 arbeitete er an der Verbesserung der Daguerreotypie und benötigte für eine Testfotografie ein Modell, das für längere Zeit bewegungslos vor der Kamera posieren sollte. Da Cornelius auf die Schnelle kein Modell herbeibringen konnte, machte er ein Bildnis von sich selbst. Cornelius schien sich zu diesem Zeitpunkt nicht im Klaren darüber gewesen zu sein, dass er das erste Foto-Selbstporträt/-Selfie aufgenommen hatte.

Foto: Robert Cornelius 1839



Ist ein Selfie auch ein Selbstporträt?

Wir sagen JEIN

JA, ein Selfie kann ein Selbstporträt sein. Immer öfters werden Selfies aufwendig inszeniert und im Anschluss mit Apps und Filtern bearbeitet, bevor sie dann in den sozialen Medien gepostet werden. In diesen Selfie-Aufnahmen wollen wir zeigen, wer wir sind oder gerne sein wollen.

NEIN, ein Selfie ist kein Selbstporträt, wenn man einfach mal auf die Schnelle eine schöne Stimmung ausnutzt, um sich zu präsentieren.




Die Brennweite macht den Unterschied

Blickt man zurück in die Zeit der klassischen Malerei, so stellte der Künstler seinen Spiegel für ein detailliertes Selbstporträt im Abstand einer Armlänge auf. Der Selbstdarsteller malte sich also naturgetreu mit der Festbrennweite "Auge", das sind 55 mm.

Mit dem Handy fotografieren wir uns im Regelfall ebenfalls auf Armlänge, jedoch mit einer Festbrennweite von 28 mm. Das führt zu einer Verzerrung der Aufnahme. Das Gesicht wird in die Länge gezogen. Erst bei einem Abstand von ca. 2 m würde die Aufnahme einer reellen Darstellung des Gesichtes entsprechen.





Fazit

Nach so viel Hintergrundinformation betrachten wir zukünftig das Selbstporträt mit anderen Augen. Ob mit Handy oder Kamera inszeniert, das Selbstbildnis drückt die Stimmung seines Schöpfers aus und ist ein Teil von ihm, manchmal zeigt es vielleicht eine Fassade, doch kann der geschulte Betrachter sicher den wahren Menschen dahinter erkennen.




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