Gelernt ist gelernt


Still-Life-Fotografie in freier Wildbahn





Auf halber Höhe zwischen Bologna und Florenz im bergigen Hinterland der Toskana haben wir das verschlafene Örtchen Firenzuola entdeckt und uns für einen Monat in ein altes Häuschen eingemietet.





Mit unserem Gastgeber Fosco kommen wir schnell ins Gespräch und werden eingeladen, mit in seinen Kastanienhain zu kommen, bei der Kastanien-Ernte zuzusehen oder mitzuhelfen oder vielleicht mit der Kamera einige Fotos für sein Social Media zu machen. Dieser Bitte kommen wir natürlich gerne nach. Doch so ganz "nebenbei" geht Fotografieren natürlich nicht.


Wir sind beeindruckt vom immensen Aufwand der Pflege und der Ernte der Kastanien. Am steilen Berghang wird der Boden gerecht, das Laub verbrannt und die stacheligen Früchte aufgesammelt. Unser Gastgeber hingegen ist begeistert von den Foto-Resultaten.





Die Fotos haben offensichtlich auch den Kollegen der Landwirtschafts-Genossenschaft gefallen, denn am nächsten Tag kam auch die vorsichtige Anfrage, ob Chris nicht auch die "Prodotti", also die Kastanien-Verkaufsprodukte fotografieren könne. Als Freisteller auf weiß für die Web-Page der Comunità Agricola und für den Verkauf auf Amazon.



Wie fotografiert man Still-Life ohne das gewohnte Equipment?


Die Idee. Wenn man sich richtig vorbereitet, dann ist es auch möglich, eine Produktbilder-Serie mit Available Light zu fotografieren.



Die Ernüchterung!


Die Lichttests brachten keine zufrieden stellenden Ergebnisse, denn es fehlten definitiv Aufheller, externes Licht oder Sun-Swatter. Weiter Hürden:

  1. In der Sonne war das Licht zu hart und wanderte im September zu schnell.

  2. Gegenlicht war nur stimmungsvoll, brachte aber nicht die richtigen Farben und hatte zu viel Schatten auf den Fronten.

  3. Im indirekten Licht hinter dem Haus war das Fotografieren nicht möglich, da das Licht zu weich war und die Konturen keine scharfe Kante bekamen.

  4. Der Halbschatten unter dem Baum brachte als Hauptlicht die richtige Weichheit und das Umlicht brachte das richtige Kontur-Licht. Ging aber auch nicht, da sich das Mischlicht nicht filtern ließ. Blau im Schatten, gelb grün von der Seite.


Und die Lösung?


Früh aufstehen!

Den Morgennebel mit seinem diffusen neutralen Licht als Hauptlicht nutzen und

als Konturlicht die immer leicht durchkommende Sonne.



Das Foto-Set

  • ein kleiner Camping-Tisch, der immer Richtung Sonne ausgerichtet werden mus.

  • 3 Wasserflaschen als Stative, um den Karton an den Seiten zu befestigen.

  • Klebeband

  • ein weißer Kopfkissenüberzug

  • und ein Karton als Unterlage





Zum Glück spielte das Wetter mit und es konnte an drei Tagen hintereinander die begrenzte Zeit des Morgennebels genutzt werden. Fotostart 6.00 Uhr, Fotostopp spätestens um 8.45 Uhr, wenn die Sonne zu stark wurde.



Und das Ergebnis?



Ach ja, und die Bezahlung erfolgte natürlich in Naturalien.


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